Robo Advisor: Wirklich sinnvoll zur Vermögensanlage?

In Zeiten der Niedrigzinspolitik floriert der Börsenhandel. Immer mehr Menschen, die ihr Geld nicht mehr bei ihrer Bank deponieren möchten, entdecken den Aktienmarkt für sich. Dabei ist ein Kauf von Aktien ohne Sinn und Verstand nicht ratsam. Es geht immer darum, sein Geld möglichst sicher und gewinnbringend anzulegen. Fachwissen und Erfahrung sollten an der Börse Hand in Hand gehen.

Wenn es nach den Entwicklern der Robo-Advisor geht, dann ist es problemlos möglich, jede Investitionsstrategie als Algorithmus zu programmieren. So vermindern sich beim Anleger die teuren Anlagegebühren gegenüber traditionellen Investmentfonds.
Doch wie verlässlich sind Robo-Advisor und wie läuft eine Investition mit dieser Technik ab?

Zielgruppe der Robo-Advisor

Wer einen Robo-Advisor in Österreich für sich nutzen möchte, sollte prüfen, ob das die richtige Börsenstrategie ist. Zur Zielgruppe gehören grundsätzlich Privatpersonen, die weniger aktiv an der Börse sind. Bei einem Robo-Advisor handelt es sich um eine Anlagestrategie, die als Algorithmus (fixe Anlageregeln) programmiert wurde. In Abhängigkeit zum persönlichen Risikoniveau werden die entsprechenden Parameter des Algorithmus festgesetzt.

Primär eignen sich Robo-Advisor für die passive Vermögensanlage

Es sollte dem Anleger bewusst sein, dass keine Einzelaktien ausgewählt werden, sondern eher in Aktienindizes, Märkte bzw. Branchen investiert werden. Die Rendite kann deshalb nicht höher sein, als die allgemeine Markt-Performance. Außerordentliche Spitzenrenditen, wie sie zum Beispiel durch Value-Strategien erzielt werden können, sind durch die Algorithmen nicht erreichbar. Die besonderen Fähigkeiten eines Top-Fondsmanagers muss der Anleger dann aber auch mit höheren Gebühren bezahlen.
Hier sei auch darauf hingewiesen, dass es durchaus aktive Robo-Advisor gibt. Jedoch ist es nur bedingt möglich, die finanzielle Tragfähigkeit abzuschätzen. Es gibt dabei zu große Ergebnisschwankungen.

Sicherheit von Robo-Advisor

Infolge der Unbeständigkeit von Märkten, die von zahlreichen Faktoren wie wirtschaftliche oder politische Umbrüche, beeinflusst werden, gibt es keine garantierte Sicherheit. Somit sind Verluste nicht ausgeschlossen, unabhängig davon, ob ein Robo-Advisor zum Einsatz kommt oder nicht. Garantiert wird lediglich, dass die Anlagegelder genau nach der ausgesuchten Strategie angelegt werden.

Funktionsweise der Robo-Advisor

Der Begriff Robo-Advisor beinhaltet das Wort „Advisor“, was übersetzt für Berater steht. Ein Robo-Advisor ist letztlich ein automatisiertes Beratungsprogramm.

Der typische Beratungsablauf unterteilt sich in folgende Schritte:

  1. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Risikobereitschaft. Anleger müssen diesbezüglich genaue Angaben machen, damit die ausgesuchten Wertpapiere zum Anlageprofil passen. Das Portfolio-Risiko darf nicht über der persönlichen Risikobereitschaft liegen.
  2. Des Weiteren müssen die Anlageklassen bestimmt werden. Dabei kann es sich um Immobilien, Aktien, ETFs oder sonstige Anlagen handeln. Die Auswahl steht dabei immer in Abhängigkeit zur definierten Risikobereitschaft.
  3. Decken sich die Vorschläge mit den eigenen Bedürfnissen, dann begleitet das Programm den Anleger durch den weiteren Anlageprozess. Es geht hierbei um die technische Umsetzung der Anlage. Besonders praktisch ist, dass die digitalen Helfer sogar automatisch ein Depot eröffnen können. Die Kaufabwicklung der Wertpapiere – natürlich unter Zustimmung des Anlegers – erfolgt voll automatisch.

 

Unterscheidungsmerkmale von Robo-Advisor

Anleger können zwischen verschiedenen Programmen wählen. Dabei gibt es kein richtig oder falsch, denn jede Anlage muss zu den entsprechenden Bedürfnissen des Anlegers passen.
Es gibt sogar aktive Robo-Advisors, die den zukünftigen Kursverlauf prognostizieren. Weil die Zukunft nur bedingt vorhersehbar ist, ist eine Erfolgsprognose der aktiven Robo-Advisors nicht darstellbar. Die Börsen sind viel zu komplex, als das sie von simplen Handelsregeln erfasst werden können.

Die meisten Robo-Advisor sind passiv und nach Erstellung des persönlichen Portfolios gibt es keine nennenswerten Änderungen mehr. Ein automatischer Eingriff erfolgt lediglich in Fällen, wo ein Rebalancing (automatische Anpassung des Portfolios) vonnöten ist. Damit soll sichergestellt werden, dass die Anlageklassen so gewichtet sind, wie es zu Beginn der Anlage festgelegt wurde. Wenn zum Beispiel im Anlageprofil ein Anteil von 10 % Gold definiert wurde – und Gold später erheblich im Wert steigt, dann erhöht sich damit die Gewichtung des Goldanteils im Portfolio. Ungleichgewichte werden beim Rebalancing wieder korrigiert. Meistens erfolgt die Anpassung ein Mal pro Jahr.

Selbstverständlich gibt es auch Robo-Advisors ohne Risikoeinstufung. In Anbetracht dieser Tatsache sollten sich nur erfahrene Anleger mit dieser Variante beschäftigen. Der Vorteil solcher Robo-Advisors liegt in der einfachen technischen Handelsumsetzung und dem daraus entstehenden Komfort. Der erfahrene Anleger muss von Zeit zu Zeit seine definierte Handelsstrategie kontrollieren und gegebenenfalls nachjustieren.

Vor- und Nachteile von Robo-Advisor

Der große Vorteil der Robo-Advisors liegt in der einfachen Handhabung und der automatischen Umsetzung der Handelsprozesse. Auf diese Weise können selbst Anleger, die keine oder nur wenig Erfahrung mitbringen, sofort mit dem Wertpapierhandel beginnen. Der erfahrene Anleger profitiert vom Robo-Advisor, indem er auf einen automatisierten Börsenhandel setzt. Damit sind Robo-Advisor für Börsenneulinge als auch Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

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