Was die Märkte bewegte – kompakt analysiert für aktive Anleger
Der Iran-Krieg und der Ölpreis-Schock
Im Zentrum des Marktgeschehens der vergangenen Woche stand der Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran, der die Finanzmärkte seit Ende Februar 2026 in Atem hält. Teheran reagierte mit Vergeltungsschlägen gegen zentrale Energieinfrastrukturen im Nahen Osten. Auch ein wichtiger Gasproduktionsstandort in Katar wurde getroffen. Die dramatischste Folge für die Märkte ist, dass die Straße von Hormus auch drei Wochen nach Kriegsbeginn de facto gesperrt blieb. Goldman Sachs stuft diesen als den größten Ölangebotsausfall in der Geschichte der globalen Energiemärkte ein, größer als das arabische Ölembargo 1973 oder die Invasion Kuwaits 1990.
Anlageidee: Wer von der anhaltenden Volatilität im Ölmarkt profitieren möchte, kann über einen Energie-Sektor-ETF nachdenken (z.B. iShares S&P Global Energy ETF WKN: A142NX oder US-Symbol: IXC). Als Alternative bieten sich Aktien von Energieunternehmen mit westlicher Schieferöl-Produktion an (z.B. ExxonMobil, Chevron), da die USA als Netto-Ölproduzent strukturell weniger von der Hormus-Blockade abhängig sind als Europa und Asien.
Bild: Wochenchart des iShares S&P Global Energy ETF
Seit Beginn des Jahres 2026 hat sich der Kurs beschleunigt. Inzwischen ist der Sektor stark überkauft. Ein Rücksetzer in den kommenden Wochen ist daher nicht unwahrscheinlich.
Die Fed zwischen Inflation und Zinswende-Hoffnung
In dieser Woche wurde ebenfalls intensiv über die US-Notenbank Federal Reserve und ihre geldpolitische Zwickmühle diskutiert. Bei ihrer Sitzung am 18. März 2026 ließ die Fed den Leitzins zum zweiten Mal in Folge bei der Zielspanne von 3,5–3,75 Prozent unverändert.
Was die Märkte wirklich bewegte, war der neue Ton: Sowohl die PCE- als auch die Kern-PCE-Inflation werden nun für 2026 auf jeweils 2,7 Prozent erwartet – deutlich höher als die Projektionen von Dezember mit 2,4 bzw. 2,5 Prozent. Maßgeblich getrieben wurde diese Entwicklung durch den Ölpreisschock des Iran-Krieges. Besonders brisant ist, dass aus dem Protokoll der letzten FOMC-Sitzung hervorgeht, dass einige Fed-Vertreter sogar eine Anhebung der Zinssätze in Betracht ziehen. Dies stellt eine wesentliche Veränderung gegenüber der Situation vor wenigen Monaten dar, als Zinssenkungen als sicher galten.
Anlageidee: In einem Umfeld, in dem Zinssenkungen sich verzögern oder sogar Zinserhöhungen drohen, leiden Wachstumsaktien mit hohen Bewertungen besonders stark. Wer im Aktienbereich investiert bleibt, sollte auf Dividendentitel aus defensiven Sektoren wie Telekommunikation, Versorger oder Pharma setzen.
Rheinmetall-Aktie – Der europ. Rüstungsboom
In der vergangenen Woche wurde an der Börse kein Thema häufiger gesucht und diskutiert als europäische Rüstungsaktien. Gleichzeitig investierte die Porsche SE 100 Millionen Euro in einen Verteidigungsfonds, der sich auf europäische Rüstungs-Start-ups fokussiert. Dies ist ein Signal, dass der Rüstungssektor längst auch klassische Industriekonzerne anzieht. Der strukturelle Rückenwind ist gewaltig: Im November 2025 gab der Bundestag grünes Licht für Militärausgaben von über 108 Milliarden Euro im Jahr 2026, davon allein 15 Milliarden Euro für Munition, Drohnen und Luftverteidigungssysteme.
Rheinmetall bleibt dabei der europäische Marktführer: Der Konzern strebt für das Jahr 2026 einen Umsatz von bis zu 14,5 Milliarden Euro an und beschleunigt gemeinsam mit TKMS den Bau der F126-Fregatten. Europäische Regierungen erhöhen ihre Militärbudgets deutlich. Das bedeutet für börsennotierte Rüstungskonzerne volle Auftragsbücher, langfristige Planbarkeit und stabile Cashflows.
Anlageidee: Für Anleger mit längerfristigem Horizont bietet der europäische Rüstungssektor weiterhin strukturellen Rückenwind. Wer Einzeltitel-Risiko streuen möchte, kann über einen spezialisierten ETF wie den VanEck Defense ETF, der neben Rheinmetall auch Titel wie Hensoldt, BAE Systems, Leonardo und RENK bündelt. Wer gezielt auf den deutschen Marktführer setzt, sollte die aktuelle Bewertung (KGV 2026 rund 42x) im Auge behalten — Rücksetzer in Korrekturphasen bieten dabei die besseren Einstiegspunkte als das aktuelle Niveau.
Bild: Wochenchart der Rheinmetall-Aktie
Der Money-Flow-Indikator deutet darauf hin, dass sich die Aktie noch im Verkaufsmodus befindet. Schließlich sind die Kurse in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Offensichtlich sind die Buchgewinne so hoch, dass Gewinnmitnahmen stattfinden. Erste starke Käufe sollten zwischen 1.000 und 1.235 Euro einsetzen.


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