Die Bundesregierung hat beschlossen, den Silbergehalt deutscher Euro-Sammlermünzen in Stempelglanzqualität wie folgt anzupassen: Die 35-Euro-Sammlermünze wird normalerweise aus 925er-Silber gefertigt. Dies ändert sich nun zu einer 500er-Legierung. Die Anteile sind somit 500 Tausendteile Silber und 500 Tausendteile Kupfer. Auch die Legierung der 50-Euro-Münze wird verändert. Sie besteht zukünftig aus 625 Tausendteilen Silber und 375 Tausendteilen Kupfer. Das Bundesfinanzministerium begründet die schwächere Legierung mit dem schwankenden Silberpreis. Damit soll verhindert werden, dass die Münzen zum Gegenstand von Spekulationen über die Entwicklung der Edelmetallpreise werden.
Meinung: Es ist ziemlich unlogisch, dass eine Silbermünze nicht zur Spekulation verwendet werden sollte, denn der Kauf von Edelmetallmünzen ist per se eine Spekulation. Wer würde schon eine Münze kaufen, wenn er wüsste, dass sie nach kurzer Zeit weniger wert wäre? Naheliegender für die Verminderung des Silberanteils ist, dass die Bundesregierung ihre Gewinnspanne erhöhen möchte. Silber ist ein seltener Rohstoff. Wenn der Rohstoff bei einer 50-Euro-Münze teurer wird, wird weniger Gewinn erzielt. Da stellt sich doch die Frage, warum man nicht einfach eine höhere Zahl auf die Münze prägt? Ist eigentlich eine Silbermünze mit einem 500er-Silberanteil, noch als echte „Silbermünze“ zu bezeichnen?
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