Top-Chancen der Woche 31-2026

Anleger achten auf Quartalszahlen

Ein Schwerpunktthema war in der vergangen Woche die laufende Berichtssaison. Auffällig war, dass gute Quartalszahlen allein vielfach nicht mehr ausreichten, um deutliche Kursgewinne auszulösen. Vielmehr konzentrierten sich Investoren auf die Unternehmensausblicke für die kommenden Quartale.

Besonders aufmerksam wurden Aussagen zum KI-Geschäft, zu Investitionsplänen, Margenentwicklung und Auftragseingängen verfolgt. Unternehmen mit vorsichtigen Prognosen wurden teilweise deutlich abgestraft, während Firmen mit optimistischen Ausblicken überdurchschnittlich zulegen konnten. Börsianer diskutierten deshalb intensiv darüber, dass der Markt inzwischen wesentlich stärker auf zukünftiges Gewinnwachstum als auf vergangene Geschäftszahlen reagiert. Dieses veränderte Anlegerverhalten prägte zahlreiche Diskussionen in den Finanzmedien und unter aktiven Tradern.

Mögliche Anlageidee

Für Swing-Trader könnten Unternehmen interessant sein, die nach überzeugenden Quartalszahlen und einer angehobenen Jahresprognose aus charttechnischen Konsolidierungen nach oben ausbrechen. Solche Konstellationen entwickeln häufig nachhaltige Trendbewegungen, sofern der Gesamtmarkt mitspielt.

 

Microsoft – KI-Investitionen zahlen sich erstmals sichtbar aus

Microsoft war der eindeutige Gewinner der Berichtssaison. Das Unternehmen veröffentlichte seine Quartalszahlen am 29. Juli nach US-Börsenschluss. Bereits am folgenden Handelstag schoss die Aktie zweistellig nach oben und verzeichnete den größten Tagesgewinn seit vielen Jahren. Im Mittelpunkt der Diskussion standen das starke Wachstum der Azure-Cloud, die hohe Nachfrage nach KI-Diensten sowie die zunehmende Verbreitung von Microsoft 365 Copilot. Anleger werteten die Zahlen als Beweis dafür, dass sich die milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren und künstliche Intelligenz inzwischen unmittelbar in Umsatz und Gewinn niederschlagen. Auf X und Reddit wurde Microsoft deshalb häufig als neuer Qualitätsmaßstab für sämtliche KI-Unternehmen bezeichnet.

Mögliche Anlageidee

Trader könnten Rücksetzer in Richtung kurzfristiger Unterstützungen zum Aufbau einer Trendfolgeposition nutzen. Gleichzeitig profitieren häufig auch Zulieferer aus den Bereichen Halbleiter, Rechenzentren und Netzwerktechnik von einer anhaltend hohen KI-Nachfrage.

Microsoft

Bild: Wochenchart der Microsoft-Aktie

Ein starkes, bullishes Kursmuster, gepaart mit starken Quartalszahlen. Für Microsoft deutet alles auf steigende Kurse hin. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die ehemaligen Höchstkurse von 550 USD erreicht werden. Die bisherige Korrektur im Jahr 2026 ist auch ausreichend, um die Aktie im Falle eines Ausbruchs über die 550-USD-Marke in neue Höchstbereiche zu bewegen. Der Money Flow deutet auf kaufende institutionelle Marktteilnehmer hin.

 

 Amazon – AWS überzeugt, Anleger ignorieren hohen Investitionsaufwand

Amazon gehörte ebenfalls zu den großen Gewinnern der Woche. Die Quartalszahlen vom 30. Juli übertrafen insbesondere im Cloudgeschäft AWS die Erwartungen der Analysten deutlich. Obwohl Amazon weiterhin enorme Summen in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur investiert, konzentrierte sich der Markt auf das beschleunigte Wachstum des Cloudsegments. Die Aktie legte daraufhin kräftig zu. Auf X wurde intensiv diskutiert, dass Amazon nun ähnlich wie Microsoft zeigen könne, dass hohe KI-Ausgaben keine Belastung mehr darstellen, sondern zunehmend profitabel werden. Die Debatte drehte sich dabei vor allem um die Frage, ob AWS langfristig der wichtigste Gewinner des weltweiten KI-Booms sein könnte.

Mögliche Anlageidee

Ein Ausbruch über das bisherige Jahreshoch könnte für Trendfolger ein prozyklisches Kaufsignal darstellen. Wer breiter investieren möchte, kann Cloud- oder KI-ETFs als Alternative betrachten.

Amazon

Bild: Wochenchart der Amazon-Aktie

Wow, von Donnerstag zu Freitag gab es einen Kurssprung von ca. 15 % – und das bei einer Schwergewicht-Aktie wie Amazon. Auch der Money Flow deutet darauf hin, dass institutionelle Marktteilnehmer auf positive Zahlen gewartet haben. Der Aufwärtstrend der Aktie ist jedoch nicht so harmonisch, wie er sein sollte. Deshalb sollten Anleger nicht die Ausbrüche kaufen, sondern kleinere Korrekturen abwarten und dann gezielt kaufen. Insgesamt ist das Kursbild bullish.

 

Meta Platforms – Milliarden für KI verunsichern Anleger

Meta veröffentlichte seine Quartalszahlen ebenfalls am 29. Juli. Anders als Microsoft reagierte der Markt ausgesprochen negativ. Zwar wächst das operative Geschäft weiter, doch die Umsatzprognose enttäuschte und gleichzeitig belasten die enormen KI-Investitionen den freien Cashflow. In sozialen Medien entwickelte sich daraus eine intensive Debatte: Nicht die Höhe der KI-Ausgaben sei entscheidend, sondern ob diese Investitionen bereits heute zusätzliche Gewinne erzeugen. Genau darin sahen viele Investoren den Unterschied zu Microsoft.

Mögliche Anlageidee

Für Swing-Trader könnte Meta nach Abschluss der Gewinnmitnahmen interessant werden. Voraussetzung wäre jedoch eine Bodenbildung mit steigenden Umsätzen sowie eine Rückkehr über wichtige gleitende Durchschnitte.

Facebook-Aktie

Bild: Wochenchart der Meta-Aktie

Der Money Flow ist eindeutig. Institutionelle Marktteilnehmer stehen auf der Verkaufsseite und versuchen, ihre Long-Positionen abzubauen. Der Kurs müsste schon 700 USD überschreiten, damit sich das Bild ändert. Aber Vorsicht: Aus den bisherigen Kursmustern könnte sich ein dauerhafter Abwärtstrend entwickeln.

 

Adidas – Schwacher Ausblick belastet den DAX

Unter den deutschen Unternehmen stand Adidas in den vergangenen Tagen klar im Mittelpunkt. Nach Vorlage der Quartalszahlen reagierte die Aktie mit deutlichen Kursverlusten. Belastend wirkten höhere Marketingkosten im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft sowie ein Ergebnis, das hinter den Erwartungen zurückblieb. Entsprechend entwickelte sich Adidas auch in deutschen Anlegerforen und auf X zu einem der meistdiskutierten DAX-Werte der Woche. Viele Börsianer fragten sich, ob die Bewertung nach dem Kursrückgang wieder attraktiver geworden ist oder ob zunächst weitere Gewinnrevisionen drohen.

Mögliche Anlageidee

Value-orientierte Anleger könnten beobachten, ob sich nach der starken Korrektur eine charttechnische Bodenbildung entwickelt. Kurzfristig bietet sich jedoch eher Geduld an, bis der Verkaufsdruck nachlässt und die Aktie wieder relative Stärke gegenüber dem DAX zeigt.

Adidas

Bild: Wochenchart  der Adidas-Aktie

Der optische Eindruck des Aktienkurses ist bearish. Hierbei zeigt sich über den Money Flow jedoch ein differenziertes Bild. Seit Oktober 2025 sammeln die institutionellen Marktteilnehmer die Aktie ein. Da das „Smart Money” in der Regel langfristige Ziele verfolgt, könnte sich der kurzfristige Abverkauf über die besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen als günstige Einstiegschance entpuppen. Dabei ist das Kursniveau von 180 Euro ein Schlüssel. Werden die 180 Euro wieder erreicht, ergibt sich ein neuer Ausblick, denn dann sind die schwachen Hände aus dem Markt gespült worden und der Weg nach oben wäre frei. Bei dieser Aktie sollte man also zunächst abwarten, wie sich der Kurs im weiteren Verlauf verhält. Die Masse der Marktteilnehmer rechnet mit fallenden Kursen. Wenn diese Erwartung nicht eintritt, wird das Bild sehr schnell bullish.

 

Hinweis: Die Analysen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Investitionen in Wertpapiere sind grundsätzlich mit Chancen und Risiken verbunden.

 

 

Infos zu den verwendeten Indikatoren:

Im zentralen Kurschart befinden sich drei gleitende Durchschnitte. Diese sind als einfache MA20, MA50 und MA100 dargestellt. Sie dienen der schnellen Einordnung des Trends. Ein Trend ist besonders stark, wenn alle GDs in die gleiche Richtung zeigen. Der untere Indikator ist eine Kombination aus den bekannten Standardindikatoren RSI und MFI. Beide Indikatoren besitzen die gleiche Skalierung von 0 bis 100, wobei der MFI schneller reagiert als der RSI. Der MFI enthält in seiner Berechnung das Handelsvolumen, wodurch er dynamischer wird. Es gilt die Regel: Der MFI treibt den RSI an! Das Verhalten institutioneller Marktteilnehmer lässt sich erahnen, da sie mit ihrem hohen Handelsvolumen den Markt beeinflussen. In einem bullishen Zustand liegt der MFI über dem RSI. Für einen Aufwärtstrend übertrifft der MFI den Grenzwert von 60. In einer bullishen Konsolidierung läuft der RSI in Richtung der 50er-Mittellinie, während der MFI darüber liegt. In Bärenmärkten führt der MFI die Abwärtswellen an und unterschreitet den Grenzwert von 40.

 

 

 

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