Top-Chancen der Woche 33-2026

Was die Märkte bewegte – kompakt analysiert für aktive Anleger!

US-Inflationsdaten & Rekordjagd an den US- und europäischen Leitbörsen

In den vergangenen fünf Tagen standen vor allem die weltweiten Aktienmärkte und die US-Notenbank Fed im Scheinwerferlicht der Börsianer. Die entscheidenden Impulse kamen am 12. und 13. August direkt aus den USA mit der Veröffentlichung der Verbraucher- (CPI) und Erzeugerpreise (PPI) für den Monat Juli. Parallel dazu markierten sowohl der S&P 500 an der Wall Street als auch der DAX in Frankfurt am Main neue Rekordmarken. Hinter den Kulissen zeigt sich ein klares Bild: Die US-Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,4 %, während die Kernrate auf 2,5 % sank – den niedrigsten Wert seit Frühjahr 2021. In Kombination mit moderaten Erzeugerpreisen und Abkühlungssignalen am Arbeitsmarkt steigt unter Händlern die Zuversicht, dass die Fed auf ihrer kommenden September-Sitzung ausreichend Spielraum für Zinsanpassungen hat. Die sinkende Inflationsdynamik nimmt den Renditen bei US-Staatsanleihen den Wind aus den Segeln und schiebt vor allem wachstumsstarke Aktien weiter nach oben.

Mögliche Anlageidee:

Fokus auf zinssensitive US-Technologie- und Wachstums-ETFs: Sinkende Zinserwartungen und eine nachlassende Kerninflation stützen den Bewertungsmultiplikator im Tech-Sektor. Breit gestreute ETFs auf den Nasdaq 100 oder den S&P 500 Information Technology profitieren direkt von sinkenden Anleiherenditen.

 

M&A-Welle im Software-Sektor: Milliarden-Poker um Workday

Im Fokus der Handelsräume standen zudem namhafte Tech-Konzerne und Private-Equity-Schwergewichte, allen voran der US-Enterprise-Softwareanbieter Workday und der Finanzinvestor Silver Lake. Die Schlagzeilen überschlugen sich am 13. August an der US-Technologiebörse Nasdaq, nachdem Insiderberichte über fortgeschrittene Übernahmegespräche an die Öffentlichkeit gelangten. Der Vorfall löste einen sprunghaften Kursanstieg der Workday-Aktie um knapp 18 % aus, was sogar zu einer vorübergehenden Handelsunterbrechung wegen hoher Volatilität führte. Der Hintergrund: Nach den starken Korrekturen im Software-Sektor der vergangenen Monate nutzen gut gefüllte Private-Equity-Fonds die abgesackten Bewertungen für großvolumige Leveraged Buyouts. Das Interesse an Workday verdeutlicht, dass institutionelle Investoren den Sektor für Business-Software trotz makroökonomischer Unsicherheiten als langfristig hochattraktiv und unterbewertet einstufen.

Mögliche Anlageidee:

Übernahmekandidaten im Software-as-a-Service (SaaS)-Segment: Investoren können gezielt auf profitable B2B-Softwarehersteller mit hohem wiederkehrendem Umsatz (ARR) und moderater Bewertung blicken, da diese bei Private-Equity-Investoren im aktuellen Marktumfeld weit oben auf der Akquisitionsliste stehen.

Bild: Wochenchart der Workday-Aktie

Da der kräftige Anstieg des Kurses noch nicht in eine Erschöpfungsphase eingetreten ist, sind höhere Kurse wahrscheinlich. Das Volumenprofil zeigt, dass zwischen 160 und 210 USD kein nennenswerter Widerstand liegt. Dies wäre ein weiterer Hinweis darauf, dass der Kurs noch einmal die 210-USD-Marke erreichen könnte. Der Money Flow ist bullish und schiebt den Kurs an.

 

Nebius – der neue Star der KI-Infrastruktur

Um die niederländische KI-Infrastrukturgesellschaft Nebius Group ist in dieser Woche eine regelrechte Börsenstory entstanden. Am Mittwoch, 12. August, legte die Aktie nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen massiv zu und gewann zeitweise rund 30 Prozent. Auslöser waren Zahlen, die deutlich über den Erwartungen lagen: Der Umsatz des zweiten Quartals erreichte 582,3 Mio. US-Dollar – ein Plus von 454 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders wichtig für die Börse: Das eigentliche KI-Cloud-Geschäft steuerte rund 575 Mio. Dollar bei. Auch das bereinigte EBITDA von 236,2 Mio. Dollar übertraf die Analystenschätzungen deutlich. Gleichzeitig erhöhte CEO Arkady Volozh das Ziel für die vertraglich gesicherte Stromkapazität bis Jahresende auf fünf Gigawatt.

Damit liefert Nebius genau die Geschichte, nach der der Markt derzeit sucht: KI benötigt nicht nur Chips von Nvidia, sondern gewaltige Mengen an Rechenzentren, Strom, Kühlung und Cloud-Kapazität. Interessant ist zudem die Börsenpsychologie. Der bekannte Investor Michael Burry hatte eine Short-Position in Nebius aufgebaut. Nach dem Kurssprung gerieten die Bären unter Druck. Barron’s bezifferte den Anteil der leerverkauften Aktien auf rund 30 Prozent des Streubesitzes. In Anlegerforen wurde entsprechend intensiv über einen möglichen Short Squeeze diskutiert.

Mögliche Anlageidee: Nebius ist kein konservatives Investment, sondern eine hochvolatile KI-Wachstumswette. Für Trader wäre ein Einstieg nach einer Konsolidierung interessanter als das Hinterherlaufen nach dem Kurssprung. Besonders attraktiv wäre ein Breakout über das Hoch der aktuellen Bewegung bei gleichzeitig hohem Volumen. Der Stop-Loss sollte wegen der extremen Volatilität relativ weit gesetzt und die Position entsprechend klein gewählt werden.

Bild: Wochenchart der Nebius-Aktie

Für diese Aktie ist der Gipfel noch nicht erreicht. Der Money Flow ist gerade nach oben gedreht, sodass der Kurs in Bereiche über 300 USD steigen sollte. Aufgrund der hohen Volatilität der Aktie sollte das Money-Management konservativ ausfallen.

 

 

Super Micro Computer – KI-Server werden zum Wachstumsmotor

Auch Super Micro Computer (SMCI) gehörte zu den großen Gewinnern der Woche. Die Aktie legte innerhalb von fünf Handelstagen rund 40 Prozent zu und erreichte damit eine Serie von fünf Gewinntagen. Der entscheidende Impuls kam nach den Quartalszahlen und vor allem nach dem Ausblick für das Geschäftsjahr 2027. Super Micro meldete für das vierte Quartal einen bereinigten Gewinn von 1,70 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 11,12 Mrd. Dollar. Noch wichtiger war jedoch die Prognose: Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 65 und 72 Mrd. Dollar – deutlich mehr als die rund 53 Mrd. Dollar, die Analysten zuvor erwartet hatten.

Damit bekommt die KI-Infrastruktur-Rally eine weitere wichtige Facette. Während Nvidia die Chips liefert und Unternehmen wie Nebius Rechenkapazität bereitstellen, baut Super Micro die Server- und Komplettsysteme, in denen die KI-Hardware betrieben wird. Das Unternehmen spricht von mehr als 60 Mrd. Dollar an neuen Aufträgen und einem Rekord-Auftragsbestand. Bemerkenswert war außerdem die Verbesserung der Bruttomarge auf rund 17,5 Prozent. Genau diese Margenentwicklung war in der Vergangenheit ein Schwachpunkt der Aktie.

Die Börse interpretiert die Zahlen deshalb als möglichen Wendepunkt: Nicht nur die Nachfrage steigt, sondern Super Micro scheint zunehmend in der Lage zu sein, daraus auch höhere Gewinne zu generieren. In Anlegerforen wurde insbesondere die enorme Differenz zwischen der Unternehmensprognose von bis zu 72 Mrd. Dollar und den bisherigen Analystenerwartungen diskutiert.

Mögliche Anlageidee: Für technisch orientierte Trader ist SMCI derzeit besonders interessant. Nach dem starken Anstieg sollte nicht der Kurs hinterhergekauft werden. Interessanter wäre eine Pullback-Strategie: Hält die Aktie einen Rücksetzer oberhalb des Ausbruchsniveaus und zieht das Volumen beim nächsten Anstieg wieder an, könnte daraus ein neuer Swing-Trade entstehen. Ein Bruch des kurzfristigen Aufwärtstrends wäre dagegen ein Warnsignal.

Bild: Wochenchart  der Super Micro Aktie

In der vergangenen Woche sind die Kurse stark angestiegen und der Money Flow ist bullish. Insgesamt hat sich in der Kursstruktur jedoch noch kein Aufwärtstrend etabliert. Somit ist die Aktie derzeit nicht als Kaufempfehlung zu sehen. Wer trotzdem Kapital investieren möchte, sollte dies mit einem kleinen Betrag tun und Ruhe bewahren, wenn der Kurs nicht sofort die gewünschte Richtung einschlägt. Zwischen 20 und 25 USD befindet sich eine starke Unterstützung, die nicht mehr unterschritten werden sollte. Dementsprechend sollte ein Initial Stop gesetzt werden.

 

SanDisk – plötzlich ist Speicher ein KI-Play

Eine der spektakulärsten Bewegungen der Woche zeigte SanDisk. Am Donnerstag, 13. August, schoss die Aktie zeitweise um mehr als 15 Prozent nach oben. Der Auslöser war der Investorentag des Unternehmens in New York. SanDisk stellte dort seine langfristige Strategie vor und überraschte die Börse mit einer äußerst optimistischen Wachstumsprognose: Für die Geschäftsjahre 2028 bis 2030 erwartet das Unternehmen ein jährliches Umsatzwachstum im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich. Als wesentlichen Treiber nennt SanDisk die wachsende Nachfrage nach Speicherlösungen durch den Ausbau der KI-Infrastruktur.

Die Bedeutung dieser Nachricht geht über SanDisk hinaus. Der Markt beginnt offenbar, Speicher nicht mehr ausschließlich als klassischen zyklischen Halbleiterbereich zu betrachten. KI-Rechenzentren benötigen nicht nur enorme Rechenleistung, sondern auch immer größere Mengen an Datenspeicher. SanDisk erwartet zudem hohe Margen und verweist auf langfristige Geschäftsvereinbarungen mit Kunden. Nach Angaben von Analysten belaufen sich neue Verträge mit US-Hyperscalern und anderen Kunden auf rund 93,9 Mrd. Dollar. Die Nachrichten lösten deshalb auch Kursgewinne bei Micron, SK Hynix und Seagate aus.

In Anlegerforen entwickelte sich daraus schnell die Diskussion, ob der klassische Zyklus bei Speicheraktien durch den strukturellen KI-Boom tatsächlich abgeschwächt werden könnte. Genau hier liegt die entscheidende Investmentfrage: Ist SanDisk noch ein zyklischer Speicherhersteller – oder entwickelt sich das Unternehmen zu einem strukturellen KI-Infrastruktur-Profiteur?

Mögliche Anlageidee: Nach einem Kurssprung von mehr als 15 Prozent wäre ein unmittelbarer Einstieg spekulativ. Interessanter ist die Aktie nach einer mehrtägigen Konsolidierung. Ein Ausbruch aus einer solchen Flagge oder Seitwärtszone bei zunehmendem Volumen könnte einen neuen Einstieg liefern. Für Trader bietet SanDisk derzeit eine interessante Kombination aus Momentum und einem fundamentalen KI-Treiber.

Bild: Wochenchart der SanDisk-Aktie

Die Aktie beweist einmal mehr, dass sich an der Börse in relativ kurzer Zeit ein Vermögen verdienen lässt. Die Korrektur vom Top der Aktie aus verlief ausreichend gut, sodass die Aktie nun wieder bereit ist, neue Höhen zu testen. Insgesamt ein starker, bullisher Wert.

 

SAP – der deutsche Software-Riese startet einen bemerkenswerten Turnaround

Bei den deutschen Aktien fällt in den vergangenen Tagen vor allem SAP auf. Die Aktie befindet sich inzwischen in einer auffälligen Erholungsbewegung. Am Donnerstag, 13. August, verbuchte SAP den neunten Gewinntag in Folge; am Freitag, 14. August, beschleunigte sich die Bewegung nochmals. Die Aktie stieg zeitweise um mehr als vier Prozent und war damit der stärkste DAX-Wert des Tages. Gleichzeitig profitierte der gesamte europäische Softwaresektor von neuen Übernahmespekulationen im US-Softwaremarkt.

Der konkrete Auslöser für die aktuelle Software-Rotation war allerdings nicht eine neue SAP-Unternehmensmeldung, sondern die Nachricht, dass der Finanzinvestor Silver Lake Gespräche über eine mögliche Übernahme von Workday führt. Workday sprang daraufhin um fast 18 Prozent nach oben. Die Nachricht wird an der Börse als Signal interpretiert, dass große Softwareunternehmen nach der monatelangen AI-Disruptionsdebatte wieder stärker als Übernahmeziele betrachtet werden könnten. Reuters zufolge könnte die Transaktion zu einem der größten Software-Buyouts überhaupt werden.

Für SAP ist das interessant, weil der europäische Softwaregigant in den vergangenen Monaten selbst unter der Sorge gelitten hatte, dass generative KI traditionelle Softwareanbieter unter Druck setzen könnte. Nun dreht sich die Argumentation teilweise um: Wenn etablierte Softwareunternehmen aufgrund ihrer großen Kundenbasis, wiederkehrender Erlöse und Datenbestände strategisch interessant bleiben, könnte der Bewertungsabschlag gegenüber den großen US-Technologiewerten zu groß geworden sein. Am Freitag profitierten deshalb neben SAP auch andere europäische Softwarewerte von der neuen Stimmung. (

Mögliche Anlageidee: SAP ist unter den fünf Werten die defensivere Variante. Für Trader bietet sich nach neun beziehungsweise zehn positiven Handelstagen allerdings kein aggressiver Einstieg mehr an. Interessanter wäre ein Rücksetzer in Richtung des jüngsten Ausbruchsniveaus. Hält dieses Niveau und dreht die Aktie wieder nach oben, könnte daraus ein technisch sauberer Trendfolge-Trade entstehen. Ein Bruch der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie würde dagegen das Signal deutlich verschlechtern.

Bild: Wochenchart der SAP-Aktie

In den vergangenen zwei Wochen ist der Kurs stärker angestiegen, weshalb viele SAP-Aktionäre weitere Kurssteigerungen erwarten. Die abgelaufene Korrektur war jedoch sehr stark und betrug ca. 70 % ausgehend vom Hoch. Damit wurde der frühere Aufwärtstrend zerstört und neue bullishe Kurse werden die alten Hochs daher kaum wieder erreichen. Bei Investitionen sollte man daher vorsichtig sein. Der Abwärtstrend seit Juli 2025 könnte noch einmal neu entfacht werden.

 

 

Hinweis: Die Analysen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Investitionen in Wertpapiere sind grundsätzlich mit Chancen und Risiken verbunden.

 

Infos zu den verwendeten Indikatoren:

Im zentralen Kurschart befinden sich drei gleitende Durchschnitte. Diese sind als einfache MA20, MA50 und MA100 dargestellt. Sie dienen der schnellen Einordnung des Trends. Ein Trend ist besonders stark, wenn alle GDs in die gleiche Richtung zeigen.

Der untere Indikator ist eine Kombination aus den bekannten Standardindikatoren RSI und MFI. Beide Indikatoren besitzen die gleiche Skalierung von 0 bis 100, wobei der MFI schneller reagiert als der RSI. Der MFI enthält in seiner Berechnung das Handelsvolumen, wodurch er dynamischer wird. Es gilt die Regel: Der MFI treibt den RSI an! Das Verhalten institutioneller Marktteilnehmer lässt sich erahnen, da sie mit ihrem hohen Handelsvolumen den Markt beeinflussen. In einem bullishen Zustand liegt der MFI über dem RSI. Für einen Aufwärtstrend übertrifft der MFI den Grenzwert von 60. In einer bullishen Konsolidierung läuft der RSI in Richtung der 50er-Mittellinie, während der MFI darüber liegt. In Bärenmärkten führt der MFI die Abwärtswellen an und unterschreitet den Grenzwert von 40.

 

 

 

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