S&P 500 –Crashgefahr?

In einigen Medien wird zunehmend von einer Crash-Gefahr gesprochen. Die Argumente klingen durchaus logisch, denn historisch betrachtet war der Zeitraum September/Oktober nicht immer positiv. Sehr oft kam es zu kurzfristigen Kurseinbrüchen. Das ist nicht von der Hand zu weisen.
Ein weiteres, stärkeres Argument betrifft die US-Staatsanleihen. Es handelt sich dabei um einen sehr großen Finanzmarkt, der eigentlich immer großen Einfluss auf alle anderen Finanzmärkte hat. Die US-Staatsanleihen werden in erster Linie durch die Zinsen beeinflusst. Je höher diese sind, desto attraktiver werden die Anleihen. Dadurch werden prinzipiell auch andere Finanzbereiche beeinflusst, allen voran die Aktienmärkte. Je höher die risikofreien Zinsen sind, desto eher neigt der konservative Anleger zu einer Umschichtung. Er verkauft Aktien, um in Anleihen zu investieren. Dies führt zu einer allgemeinen Belastung des Aktienmarktes.

Betrachten wir nun die Marktbreite des S&P 500, eines der wichtigsten Indizes zur Untersuchung der allgemeinen Gesundheit. Hierzu ist die Advance-Decline-Line bestens geeignet, denn dieser Indikator entsteht aus den steigenden und fallenden Kursen. Jede Aktie wird dabei gleich gewichtet, sodass einige Aktienschwergewichte wie NVIDIA den Indikator nicht verzerren können.

 

Advance Decline Line

Bild: Tageschart  des S&P 500 mit Advance Decline Line (ADL)

Idealtypisch verläuft der Kurs des S&P 500 identisch zur ADL. Hier sehen wir inzwischen jedoch deutliche Unterschiede. Die Kursentwicklung seit April hat sich positiver entwickelt als die ADL. Dies ist auf die hochkapitalisierten KI-Aktien mit teilweise ausufernder Bewertung zurückzuführen. Die ADL lässt sich lediglich als volatiler Seitwärtsmarkt beschreiben. Die Verlaufsmuster sind dabei nicht als bearish zu bezeichnen.

Fazit:

Die Gefahr eines Crashs besteht grundsätzlich immer. Irgendetwas auf dieser Welt könnte die Aktienkurse so stark beeinflussen, dass es zu einem Zusammenbruch kommt. Was sich jedoch stetig verändert, ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses. In diesem Zusammenhang ist die ADL sehr aufschlussreich, denn sie zeigt nur einen Seitwärtsverlauf. Das ist keine ideale Voraussetzung für einen längeren Abwärtstrend. Die Gefahr eines echten Zusammenbruchs ist daher eher unwahrscheinlich.

 

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