Meta Platforms – KI wird zum neuen Wachstumsmotor
Bei Meta Platforms steht derzeit weniger Facebook oder Instagram im Mittelpunkt, sondern die Frage, ob der Konzern mit seinen KI-Produkten eine neue Wachstumsphase einleiten kann. Besonders stark diskutiert wurde die neue persönliche KI-Anwendung Muse. Nachdem Muse in den USA und Kanada innerhalb kurzer Zeit mehrere Millionen Downloads verzeichnete und zeitweise die Spitze des App Stores erreichte, setzte bei der Meta-Aktie eine kräftige Neubewertung ein. Allein am Montag, 21. September, sprang die Aktie um 11,3 Prozent nach oben – der stärkste Tagesgewinn seit April 2025. In der Folge rückte Meta auch in den Diskussionen der Tech- und KI-Investoren deutlich nach vorne.
Die entscheidenden Nachrichten kamen zwischen dem 21. und 24. September aus den USA. Am 22. September berichtete Reuters darüber, dass Meta sogar einen menschlichen „Concierge“ testet, der Nutzern bei der Interaktion mit dem persönlichen KI-Agenten helfen soll. Auf der Meta-Connect-Veranstaltung am 23. und 24. September stellte der Konzern zudem neue KI-Brillen und weitere Produkte rund um seine Wearables vor. Damit wurde deutlich, dass Meta KI nicht nur als Software-, sondern zunehmend als Plattformthema betrachtet.
Für die Börse ist vor allem die mögliche Monetarisierung interessant. Meta investiert enorme Summen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Für 2026 werden Investitionen von 130 bis 145 Milliarden Dollar erwartet. Der Markt stellt deshalb die Frage, ob diese Ausgaben tatsächlich über bessere Werbung, KI-Assistenten, neue Anwendungen und zusätzliche Geschäftsmodelle zurückverdient werden können. Der starke Kursanstieg zeigt, dass Anleger zuletzt wieder stärker an diese Perspektive glauben. Gleichzeitig ist die Bewertung nach dem jüngsten Kursanstieg deutlich anspruchsvoller geworden.
Mögliche Anlageidee: Für Trader ist Meta derzeit vor allem ein Momentum- und KI-Monetarisierungs-Play. Interessant wäre weniger ein blindes Hinterherlaufen nach dem Kurssprung, sondern die Beobachtung, ob die Aktie ihre neuen Hochs unter erhöhtem Volumen behaupten kann. Ein Rücksetzer in Richtung des Ausbruchsniveaus bei gleichzeitig nachlassendem Verkaufsvolumen könnte ein technisch interessanterer Einstieg sein.
Bild: Wochenchart der Meta-Aktie
Der Kurs ist nicht mehr weit vom Widerstand bei 800 US-Dollar entfernt. Dieser wird mit Sicherheit berührt und eventuell durchdrungen. Die Marktmuster sind jedoch nicht so bullish ausgeprägt, dass ein nachhaltiger Durchbruch wahrscheinlich wäre. Institutionelle Marktteilnehmer halten sich momentan zurück und warten auf bessere Einstiegskurse.
AMD – der Herausforderer erreicht die Billionen-Dollar-Marke
Advanced Micro Devices hat in dieser Woche einen bemerkenswerten Börsenmeilenstein erreicht: Am 21. September überschritt die Marktkapitalisierung erstmals die Marke von 1 Billion US-Dollar. Damit gehört AMD zu einer sehr kleinen Gruppe amerikanischer Halbleiterunternehmen, die diese Bewertung erreicht haben. Der Kurssprung von AMD war gleichzeitig ein wesentlicher Bestandteil der Diskussion über die zweite Phase des KI-Booms.
Der entscheidende Kursschub ereignete sich zu Wochenbeginn. Am Montag legten zahlreiche Chipwerte kräftig zu. AMD konnte dabei fast 10 Prozent gewinnen, während auch Intel zweistellig zulegte. Auslöser war unter anderem die zunehmende Begeisterung über Meta und dessen KI-Assistenten Muse. Die dadurch erwartete steigende Nachfrage nach KI-Infrastruktur strahlte auf die gesamte Halbleiterbranche aus. In den folgenden Tagen verlagerte sich die Diskussion zunehmend auf das Duell AMD gegen NVIDIA.
AMD versucht, NVIDIA in mehreren Bereichen Marktanteile abzunehmen. Für Anleger ist besonders interessant, dass AMD inzwischen nicht mehr nur als „kleinerer NVIDIA-Konkurrent“ betrachtet wird. Die Börsenbewertung von mehr als einer Billion Dollar zeigt, welche Erwartungen der Markt inzwischen an das Unternehmen stellt. Gleichzeitig bedeutet die enorme Kursperformance, dass bereits sehr viel Zukunft eingepreist sein könnte. Genau hier entzündet sich die Diskussion: Während einige Marktteilnehmer AMD als nächsten großen Profiteur der KI-Infrastruktur sehen, verweisen andere auf die inzwischen hohe Bewertung und den weiterhin dominierenden Marktanteil NVIDIAs.
Mögliche Anlageidee: AMD eignet sich derzeit besonders für einen Trendfolgeansatz mit konsequentem Risikomanagement. Nach einem derart starken Anstieg wäre ein Einstieg nach einer Konsolidierung interessanter als das Kaufen einer bereits stark gedehnten Bewegung. Ein neues Hoch aus einer mehrwöchigen Seitwärtsformation bei überdurchschnittlichem Volumen könnte dabei als technischer Trigger dienen.
Bild: Wochenchart von AMD
Die Dynamik der Aktie ist beeindruckend. Der Ausbruch über die Marke von 580 USD scheint zu gelingen, sodass höhere Kurse sehr wahrscheinlich sind. Eventuell fällt der Kurs noch einmal leicht zurück auf seinen alten Widerstand. Dieser sollte sich dann in eine Unterstützung gewandelt haben. Insgesamt sind die Kursmuster sehr bullish. Wer den Wert bereits in seinem Depot hat, sollte ihn nicht verkaufen, denn der Trend läuft.
Volkswagen – vom europäischen Blue Chip zum Turnaround-Kandidaten?
Volkswagen steht derzeit exemplarisch für die Probleme der deutschen Automobilindustrie. Die Aktie musste in dieser Woche gleich mehrere negative Nachrichten verarbeiten. Besonders einschneidend war der Ausschluss aus dem Euro Stoxx 50, dem wichtigsten Blue-Chip-Index der Eurozone. Gleichzeitig belastet eine drastische Senkung der Gewinnprognose den Konzern. Die VW-Vorzugsaktie fiel am 24. September auf den niedrigsten Stand seit 2010.
Der Ausschluss aus dem Euro Stoxx 50 wurde zum Handelsbeginn am 21. September wirksam. Bereits am Freitag zuvor hatte Volkswagen die Prognose für die operative Umsatzrendite 2026 massiv reduziert: Statt bislang erwarteter 4,0 bis 5,5 Prozent werden nur noch maximal 1 Prozent erwartet. Rund zehn Milliarden Euro an Sonderbelastungen spielen dabei eine wesentliche Rolle, darunter eine milliardenschwere Abschreibung auf die Porsche-Beteiligung beziehungsweise -Tochter. Die Auswirkungen waren in der laufenden Handelswoche deutlich an der Börse zu sehen.
Volkswagen kämpft gleichzeitig an mehreren Fronten: hohe Kosten, der Wettbewerb mit chinesischen Herstellern, die Transformation zur Elektromobilität und eine komplexe Konzernstruktur. Der Markt reagiert besonders kritisch auf die schwache Profitabilität. Gleichzeitig ist die Bewertung inzwischen sehr niedrig. Die Marktkapitalisierung liegt laut aktuellen Berichten nur noch bei rund 37 Milliarden Euro, obwohl der Konzern einen Jahresumsatz von mehr als 320 Milliarden Euro erzielt. Das erklärt, warum sich neben der Krisendiskussion inzwischen auch eine zweite Diskussion entwickelt: Handelt es sich bei VW um eine strukturelle Value-Falle – oder um einen Turnaround-Kandidaten?
Mögliche Anlageidee: Für Trader könnte Volkswagen interessant werden, wenn sich erstmals ein belastbarer Bodenbildungsprozess entwickelt. Ein möglicher Ansatz wäre daher nicht der Versuch, das absolute Tief zu erwischen, sondern auf eine Kombination aus höherem Tief, Ausbruch über einen kurzfristigen Abwärtstrend und anziehendem Volumen zu warten. Fundamental wäre dabei insbesondere zu beobachten, ob sich die Margenentwicklung stabilisiert.
Bild: Wochenchart von VW
Die Marktmuster bilden einen volatilen Abwärtstrend und es fehlen bisher Ansätze zur Umkehr. Demzufolge ist von weiter sinkenden Kursen auszugehen. Der Money Flow deutet auf verkaufende institutionelle Marktteilnehmer hin.
Hinweis: Die Analysen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Investitionen in Wertpapiere sind grundsätzlich mit Chancen und Risiken verbunden.
Infos zu den verwendeten Indikatoren:
Im zentralen Kurschart befinden sich drei gleitende Durchschnitte. Diese sind als einfache MA20, MA50 und MA100 dargestellt. Sie dienen der schnellen Einordnung des Trends. Ein Trend ist besonders stark, wenn alle GDs in die gleiche Richtung zeigen.
Der untere Indikator ist eine Kombination aus den bekannten Standardindikatoren RSI und MFI. Beide Indikatoren besitzen die gleiche Skalierung von 0 bis 100, wobei der MFI schneller reagiert als der RSI. Der MFI enthält in seiner Berechnung das Handelsvolumen, wodurch er dynamischer wird. Es gilt die Regel: Der MFI treibt den RSI an! Das Verhalten institutioneller Marktteilnehmer lässt sich erahnen, da sie mit ihrem hohen Handelsvolumen den Markt beeinflussen. In einem bullishen Zustand liegt der MFI über dem RSI. Für einen Aufwärtstrend übertrifft der MFI den Grenzwert von 60. In einer bullishen Konsolidierung läuft der RSI in Richtung der 50er-Mittellinie, während der MFI darüber liegt. In Bärenmärkten führt der MFI die Abwärtswellen an und unterschreitet den Grenzwert von 40.



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