Börsen-Geflüster: Die 5 Brennpunkte der Woche
Ein herzliches Willkommen an alle Börsianer! Die vergangenen Tage hatten es in sich: Von gigantischen Tech-Partnerschaften und überraschenden Index-Rochaden über spannende Pharma-News bis hin zu den ersten Schwergewichten der Berichtssaison. Auf X (FinTwit), Reddit und in den Trading-Desk-Foren brannten die Leitungen.
NVIDIA (NASDAQ: NVDA)
Die Diskussionen auf X bezüglich NVIDIA drehten sich in den vergangenen Tagen vor allem um neue Nachfragesignale bezüglich der Blackwell-Chip-Architektur sowie Hochstufungen von führenden Wall-Street-Analysten. Der Halbleiter-Gigant meldete eine anhaltend extreme Nachfrage seitens der Hyperscaler und KI-Data-Center-Betreiber, was Befürchtungen über eine KI-Investitionsflaute vorerst ausräumte. Ergänzend dazu sorgten Kommentare der Chip-Auftragsfertiger TSMC für Rückenwind im gesamten Sektor.
Bild: Wochenchart der NVIDIA-Aktie
Die Candlestick-Muster haben sich im Jahr 2026 verändert. Der Schwung der Vorjahre ist verschwunden und jeder Anstieg scheint mit Unsicherheit und Mühe verbunden zu sein. Der Money Flow bewegt sich in der Nähe der 50er-Mittellinie und bestätigt die Unsicherheit. Verdächtig ist, dass der gebrochene Widerstand bei 210 USD keine stärkeren Anschlusskäufe auslöste. Insgesamt gibt es für die nächsten Monate nur zwei Zukunftsszenarien. Das bullishe Szenario verspricht ein fortgesetztes Pendeln um die Kursmarke von 210 USD. Das bearische Szenario deutet auf einen Kursrückgang bis zur Unterstützung bei 165 USD hin.
Moderna (NASDAQ: MRNA)
Moderna geriet ins Zentrum des globalen Anlegerinteresses, nachdem bekannt wurde, dass das Biotech-Unternehmen im Nasdaq-100 Index die Aktien von Warner Bros. Discovery ersetzt. Dieser Index-Wechsel löste an den Börsen eine hohe Volatilität aus. Das Ereignis führte zu automatisierten Umschichtungen bei passiven Indexfonds (ETFs), während auf Trading-Plattformen intensiv diskutiert wurde, wie nachhaltig der Turnaround nach der FDA-Zulassung des neuen mRNA-Grippeimpfstoffes ist.
Am Samstag, dem 24. Oktober, steht der wohl wichtigste Termin des Jahres an: Auf dem ESMO-Kongress in Madrid werden Moderna und der Partner Merck & Co. detaillierte Phase-3-Daten zu Intyseran autogene vorstellen, einem individualisierten Krebsimpfstoff gegen Melanome.
Bild: Wochenchart der Moderna-Aktie
Das Aufwärtsmomentum der Aktie ist nach wie vor intakt. Noch im Jahr 2025 dümpelte die Aktie bei etwa 25 USD, nun steht sie bei 218 USD. Ist die Aktie nun zu teuer? Eine Antwort ist schwierig, denn wenn Moderna es schafft, einen Krebsimpfstoff zu entwickeln, dann ist der aktuelle Kurs sehr günstig. Scheitert das Vorhaben, kann es sehr schnell wieder in Richtung 25 USD gehen. Eine Prognose des Kursverlaufs ist im Prinzip nicht möglich.
Micron Technology (NASDAQ: MU)
Der US-Speicherchip-Spezialist stand in den Finanzmedien und auf X im Rampenlicht, da die jüngsten Quartalszahlen und der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr in den Communitys intensiv analysiert wurden. Das Thema High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger dominierte die Threads. Die Debatte drehte sich darum, ob Micron trotz des zyklischen Charakters der Speicherbranche vor einer mehrjährigen Margenexpansion steht.
Bild: Wochenchart der Micron-Aktie
Ja, der Aufwärtstrend ist intakt, aber das ist auch schon alles. Die letzte Kerze des Charts ist eindeutig und lässt nichts Gutes erahnen. Die nächsten beiden Kursziele sind 750 USD und anschließend 500 USD. Bis dahin stehen Gewinnmitnahmen an.
SAP (XETRA: SAP)
Im deutschen Markt (DAX) war SAP eines der am stärksten diskutierten Schwergewichte. Grund hierfür waren die Erwartungen und Spekulationen im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen sowie anhaltende Berichte über das beschleunigte Cloud-Wachstum und die Integration von KI-Assistenten in Unternehmensebenen. Die Aktie stützte maßgeblich den DAX bei dessen Ausbruch auf neue Monatshochs oberhalb der 25.500-Punkte-Marke.
SAP eignet sich als defensiverer Tech-Anker im Depot. Bei kurzfristigen Gewinnmitnahmen nach Zahlen bieten sich klassische Limit-Käufe an, um die langfristige Cloud-Transformationsstory mitzunehmen.
Bild: Wochenchart der SAP-Aktie
Aktuell sind die Bullen am Drücker und die Kursmuster sehen gut aus. Der Money Flow ist bullish und institutionelle Marktteilnehmer suchen die Aktie. Was das Gesamtbild stört, ist der Abwärtstrend von Juni 2025 bis Juni 2026, der zu konstant verlief und mehr als 70 % des früheren Aufwärtstrends zunichte gemacht hat. Die aktuelle Aufwärtsbewegung ist demnach lediglich als normale Gegenbewegung des Abwärtstrends zu deuten. Das neue Schlüsselniveau liegt bei 220 Euro. Erst wenn der Kurs darüber schließt, haben sich die Machtverhältnisse geändert und die Bullen regieren wieder. Die Aktie benötigt also einen Regimewechsel.
AstraZeneca (LSE: AZN)
Das britisch-schwedische Pharma-Schwergewicht zählte in den Börsenforen zu den meistgekauften Titeln der Woche. Der Auslöser waren neue klinische Studiendaten sowie strategische Milliarden-Investitionen in Partnerunternehmen (unter anderem in die Pipeline für Immuntherapien), während der Kurs nahe einem Jahrestief notierte. Auf X wurde kontrovers diskutiert, ob die Aktie auf diesem Niveau ein klassisches Value-Schnäppchen ist.
Ein schrittweiser Aufbau einer Erstposition im Rahmen einer Dividenden-Growth-Strategie wäre sinnvoll. Konservative Anleger können auch Faktor-Zertifikate oder gedeckte Kaufoptionen (Covered Calls) nutzen, um Zusatzrenditen in der Seitwärtsphase zu generieren.
Bild: Wochenchart der AstraZenica-Aktie in USD
Der Kursbereich um 157 USD wird aktuell als bullishe Unterstützung aufgebaut. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen, sodass sich eine bullishe Chance mit einem guten Chance/Risiko-Verhältnis ergibt. Das Kursziel von 200 USD in Kombination mit einem Stopp bei 153 USD ergibt ein gutes Trading-Bild.
Hinweis: Die Analysen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Investitionen in Wertpapiere sind grundsätzlich mit Chancen und Risiken verbunden.
Infos zu den verwendeten Indikatoren:
Im zentralen Kurschart befinden sich drei gleitende Durchschnitte. Diese sind als einfache MA20, MA50 und MA100 dargestellt. Sie dienen der schnellen Einordnung des Trends. Ein Trend ist besonders stark, wenn alle GDs in die gleiche Richtung zeigen.
Der untere Indikator ist eine Kombination aus den bekannten Standardindikatoren RSI und MFI. Beide Indikatoren besitzen die gleiche Skalierung von 0 bis 100, wobei der MFI schneller reagiert als der RSI. Der MFI enthält in seiner Berechnung das Handelsvolumen, wodurch er dynamischer wird. Es gilt die Regel: Der MFI treibt den RSI an! Das Verhalten institutioneller Marktteilnehmer lässt sich erahnen, da sie mit ihrem hohen Handelsvolumen den Markt beeinflussen. In einem bullishen Zustand liegt der MFI über dem RSI. Für einen Aufwärtstrend übertrifft der MFI den Grenzwert von 60. In einer bullishen Konsolidierung läuft der RSI in Richtung der 50er-Mittellinie, während der MFI darüber liegt. In Bärenmärkten führt der MFI die Abwärtswellen an und unterschreitet den Grenzwert von 40.





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