Top-Chancen der Woche 41-2026

Was die Märkte bewegte – kompakt analysiert für aktive Anleger!

1. Fed-Poker und Renditeschock: Pause im Oktober, Erhöhung im Dezember?

Im Mittelpunkt stehen die US-Notenbank Fed und der Anleihemarkt. Die Fed hatte im September erstmals seit 2023 den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichten am 1. Oktober mit 5,342 Prozent den höchsten Stand seit 2002.

Der Wendepunkt kam mit dem US-Arbeitsmarktbericht vom 2. Oktober: Im September entstanden nur 29.000 neue Stellen statt der erwarteten 89.000, die Vormonate wurden nach unten revidiert. In der Woche danach sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober von zeitweise rund 70 auf etwa 22 bis 23 Prozent. Den Börsianern ging es zuletzt um den Zeitplan der Fed, nicht mehr darum, ob sie überhaupt weiter erhöht. Die nächste Entscheidung fällt am 28. Oktober um 19:00 Uhr deutscher Zeit. Diese Woche stand außerdem die Veröffentlichung der Protokolle der September-Sitzung im Fokus.

Der Hintergrund ist hartnäckige Inflation. Die Fed rechnet für 2026 mit einer PCE-Inflation von 3,7 Prozent, deutlich über dem Ziel. Die Renditen blieben trotz der Entspannung hoch: Am Freitagmorgen lag die Zehnjahresrendite noch bei rund 5,2 Prozent. Das belastet vor allem wachstumsstarke Technologiewerte.

Anlageidee: Wer die Renditen bei über 5 Prozent für ein Einstiegsniveau hält, könnte US-Staatsanleihen mittlerer Laufzeit (etwa Treasury-ETFs mit 7 bis 10 Jahren) gestaffelt aufbauen. Der Zinsgipfel wäre dann erreicht, falls die Daten weiter schwächeln. Das Risiko liegt bei einer Dezember-Erhöhung und neuen Inflationsschüben, die die Kurse erneut drücken würden. Bei Dollar-Papieren kommt das Währungsrisiko hinzu.

Bild: Wochenchart US-Treasury-ETF (IEF)

Die Abwärtsbewegung enthält viel Dynamik. Das Kursniveau von 88 USD hat sich bereits einmal als Unterstützung bewährt. Einige Marktteilnehmer könnten darauf spekulieren. Aufgrund der starken Wucht der Abwärtswelle ist davon auszugehen, dass mindestens noch eine zweite Abwärtswelle folgt.

 

2. Iran-Risiko, Öl über 100 Dollar und die Rückkehr von Gold

Hier geht es um die US-Iran-Eskalation, den Ölpreis und Gold. Am Donnerstag sorgte ein Medienbericht über neue US-Angriffe auf den Iran vor den Zwischenwahlen für Unruhe: Brent stieg zeitweise auf fast 106 Dollar, ein Dementi von Präsident Trump drehte die Bewegung am Abend. Am Freitag gab der Ölpreis nach, nachdem Trump erklärt hatte, vor den Zwischenwahlen im November keine weiteren Angriffe auf den Iran zu planen. Brent notierte zuletzt um 103 Dollar.

Gold profitierte: Es stieg am Freitag um rund 1,4 Prozent auf knapp 4.192 Dollar, Silber legte um fast 3 Prozent auf gut 60 Dollar zu. Das Edelmetall reagiert derzeit auf die Entlastung bei Öl und Renditen, nicht nur auf die Angst vor Eskalation. Der Abstand zum Rekord ist groß: Im Januar 2026 stand Gold bei rund 5.608 Dollar.

Anlageidee: Eine gestaffelte Gold-Position (Gold-ETC oder physisch hinterlegt) als Portfolio-Absicherung, mit Silber als volatilerer Beimischung. Sie profitiert von sinkenden Renditen und von neuer Eskalation. Das Risiko: Steigen die Renditen wieder, gerät Gold, wie schon im September, unter Druck. Silber schwankt deutlich stärker.

Bild: Wochenchart des Gold-Futures

Am vergangenen Freitag zeigte der Goldkurs, dass neue Käufer gefunden werden konnten. Im Gesamtbild des Charts ist davon jedoch nicht viel zu sehen. Der Money-Flow-Indikator liegt über dem RSI, was darauf hindeutet, dass der Kurs für institutionelle Marktteilnehmer auf einem interessanten Niveau liegt — sie stehen auf der Käuferseite. Auf keinen Fall sollte jedoch die Unterstützung von 4.000 USD von oben nach unten durchbrochen werden. Das würde vermutlich zu starken Verkäufen führen, da die Unterstützung bisher gut funktionierte.

 

3. Telekom unter Druck: SpaceX greift den US-Mobilfunkmarkt an

Im Fokus steht die Deutsche Telekom, die am Freitag zum größten DAX-Verlierer wurde. Auslöser war eine Meldung von SpaceX: Das Unternehmen von Elon Musk hat am Donnerstag den Kauf eines landesweiten Frequenzportfolios im 800-MHz-Bereich von der Investmentgesellschaft Grain Management angekündigt, die FCC muss noch zustimmen. Damit will SpaceX sein Angebot Starlink Mobile ausbauen.

Die Telekom-Aktie fiel auf Xetra zeitweise um 7,45 Prozent auf 24,83 Euro, laut anderer Quelle der schwächste Handelstag seit über drei Jahren. Auch europäische Wettbewerber gaben nach: Vodafone verlor zeitweise rund 4,5 Prozent, Orange rund 3,4 Prozent, Telefónica rund 3,3 Prozent.

Entscheidend ist die US-Tochter. Die Telekom hält rund 54 Prozent an T-Mobile US, die dort der wichtigste Wachstums- und Gewinntreiber ist, und deren Aktie verlor nachbörslich rund 7 Prozent. Die Papiere waren schon zuvor angeschlagen, etwa durch Spekulationen über eine Fusion von Telekom und T-Mobile US. Operativ läuft es gut: Die Telekom hat ihre Jahresprognose angehoben und peilt ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro an. Ob SpaceX tatsächlich nennenswerte Marktanteile gewinnt, ist offen, denn dafür sind weitere technische und regulatorische Schritte nötig.

Anlageidee: Ein antizyklischer Einstieg in drei Tranchen, gestützt auf das laufende Aktienrückkaufprogramm von bis zu zwei Milliarden Euro und die angehobene Prognose. Als Orientierung bietet sich das Jahrestief um 23,80 Euro an. Das Risiko: Das SpaceX-Narrativ kann den Bewertungsabschlag verfestigen, und der Kurs könnte bis zur FCC-Entscheidung unter Druck bleiben.

Bild: Wochenchart Dt. Telekom

Die erneute Unterbietung der Unterstützung bei 26 Euro macht alle bullishen Hoffnungen zunichte. Es ist damit zu rechnen, dass der Kurs weiter nach unten durchgereicht wird. Die nächste Unterstützung liegt bei etwa 22 Euro. Auf diesem Niveau wird sich zeigen, ob der Abwärtsdruck gebremst werden kann. Das Smart Money hält sich bisher zurück.

 

Hinweis: Die Analysen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Investitionen in Wertpapiere sind grundsätzlich mit Chancen und Risiken verbunden.

 

 

 

Infos zu den verwendeten Indikatoren:

Im zentralen Kurschart befinden sich drei gleitende Durchschnitte. Diese sind als einfache MA20, MA50 und MA100 dargestellt. Sie dienen der schnellen Einordnung des Trends. Ein Trend ist besonders stark, wenn alle GDs in die gleiche Richtung zeigen.

Der untere Indikator ist eine Kombination aus den bekannten Standardindikatoren RSI und MFI. Beide Indikatoren besitzen die gleiche Skalierung von 0 bis 100, wobei der MFI schneller reagiert als der RSI. Der MFI enthält in seiner Berechnung das Handelsvolumen, wodurch er dynamischer wird. Es gilt die Regel: Der MFI treibt den RSI an! Das Verhalten institutioneller Marktteilnehmer lässt sich erahnen, da sie mit ihrem hohen Handelsvolumen den Markt beeinflussen. In einem bullishen Zustand liegt der MFI über dem RSI. Für einen Aufwärtstrend übertrifft der MFI den Grenzwert von 60. In einer bullishen Konsolidierung läuft der RSI in Richtung der 50er-Mittellinie, während der MFI darüber liegt. In Bärenmärkten führt der MFI die Abwärtswellen an und unterschreitet den Grenzwert von 40.

 

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