Top-Chancen der Woche 37-2026

Was die Märkte bewegte – kompakt analysiert für aktive Anleger!

Bei Oracle läuft es prächtig.

Im Zentrum der Diskussion steht Oracle, das sich in den vergangenen Monaten vom klassischen Datenbankanbieter zum meistdiskutierten KI-Infrastruktur-Wert der US-Börse gewandelt hat. Auf X und in Trading-Foren wird der Titel im selben Atemzug wie Nvidia und Broadcom genannt – als einer der zentralen „Backbone“-Player der KI-Rechenleistung.

Am 9. September legte Oracle seine Quartalszahlen vor, die die Community regelrecht elektrisierten: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) – also der vertraglich gesicherte Auftragsbestand – schnellten um 359 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf beispiellose 455 Milliarden Dollar hoch. CEO Safra Catz führte dies auf mehrere Multi-Milliarden-Dollar-Verträge zurück, angetrieben durch die enorme Nachfrage nach Oracle Cloud Infrastructure (OCI) für das Training großer Sprachmodelle – nicht zuletzt im Rahmen der viel beachteten Partnerschaft mit OpenAI. Kurz darauf bestätigten unabhängige Analysten (ISG) Oracle in gleich zwei Kategorien für Unternehmens-KI als Branchenführer.

Die Community bleibt gespalten, und genau das macht den Titel so diskussionswürdig: Der massive Auftragsboom steht einem enormen Kapitalbedarf gegenüber. Oracle hatte zuvor mit einem negativen freien Cashflow von zeitweise über 11 Milliarden Dollar pro Quartal, einer Ratingherabstufung auf BBB- und geplanten Stellenstreichungen für Verunsicherung gesorgt – die Aktie war in den drei Monaten vor den Zahlen um rund 40 Prozent eingebrochen. Die Zahlen vom 9. September haben diese Achterbahnfahrt neu befeuert: Für die einen ist Oracle der eigentliche „Sleeper“ der KI-Rally, weil das Unternehmen die Infrastruktur liefert statt nur die Chips zu verkaufen; für die anderen bleibt die Frage offen, ob der gigantische Auftragsbestand überhaupt in absehbarer Zeit profitabel in Umsatz umgesetzt werden kann, ohne dass immer neue Schulden und Kapitalerhöhungen die Altaktionäre verwässern.

Anlageidee: Wer an die strukturelle KI-Infrastrukturstory glaubt, aber die Bewertungsschwankungen respektiert, könnte die hohe implizite Volatilität rund um Oracle für einen Cash-Secured Put mit Laufzeit von vier bis sechs Wochen und einem Strike deutlich unter dem aktuellen Kurs nutzen – man vereinnahmt die Prämie und positioniert sich gleichzeitig für einen möglichen günstigeren Einstieg, falls die Zweifel an der Finanzierung nochmals für einen Rücksetzer sorgen.

Bild: Wochenchart der Oracle-Aktie

Die Struktur des Kursverlaufs entspricht der eines volatilen Seitwärtsmarkts. Das „Smart Money” ist noch vorsichtig. Spuren eines übergeordneten Kaufinteresses der institutionellen Marktteilnehmer sind nicht zu sehen. Mit dem jüngsten Candlestick der vergangenen Woche ergibt sich jedoch eine attraktive Trading-Chance. Man kann eine Stop Buy Order über das Hoch der Kerze setzen. Sollte sich der Markt bullish entwickeln, würde die Order nach dem Auslösen schnelle Gewinne versprechen. Eine Kursbewegung bis 200 USD sollte schnell möglich sein.

 

 

Gold und Silber – Die Rekordrallye vor der Fed-Sitzung

Kaum ein Thema wird in Trader-Kreisen derzeit so intensiv verfolgt wie die Edelmetallrallye. Gold und vor allem Silber dominieren die Timelines der Rohstoff- und Makro-Trader, die die Bewegung als eines der prägendsten Investmentthemen des gesamten Börsenjahres 2026 einordnen.

In den vergangenen Handelstagen zogen beide Metalle weiter an, gestützt durch die wachsende Gewissheit, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am 15./16. September die Zinsen senken wird. Nach Daten von Wett- und Terminmärkten rechnet ein Großteil der Marktteilnehmer mit einem Schritt um 25 Basispunkte, ein spürbarer Teil sogar mit 50 Basispunkten. Diese Erwartungshaltung hat in den sozialen Netzwerken zu einer regelrechten Debatte darüber geführt, wie viel Zinssenkungsfantasie in den aktuellen Kursen bereits eingepreist ist.

Der Goldpreis hat seit Jahresbeginn bereits mehr als 60 Prozent zugelegt, Silber sogar noch deutlicher – getrieben von einer Mischung aus sinkenden Realzinsen, anhaltenden geopolitischen Risiken, robuster physischer Nachfrage aus Asien und, bei Silber zusätzlich, einer starken industriellen Komponente aus Solar- und Elektroniksektor. In der Trader-Community wird das Setup als klassisches „Buy the rumor“-Szenario diskutiert: Eine expansivere Geldpolitik senkt die Opportunitätskosten des Haltens zinsloser Edelmetalle, was strukturell für weiter steigende Notierungen spricht – gleichzeitig mehren sich aber auch Stimmen, die nach dieser Parabel-Bewegung eine Konsolidierung oder scharfe Gewinnmitnahmen unmittelbar nach der Zinsentscheidung für überfällig halten.

Anlageidee: Für bereits investierte Anleger, die Kursgewinne im ETC-Bestand gegen eine mögliche „Sell the fact“-Reaktion nach der Fed-Sitzung absichern wollen, bietet sich der Kauf eines kurzlaufenden Put auf einen Gold- oder Silber-ETC an. Wer stattdessen antizyklisch neu einsteigen möchte, könnte gestaffelte Positionen aufbauen und dabei bewusst etwaige Rücksetzer unmittelbar nach dem FOMC-Termin für den Einstieg nutzen, statt der Rallye an ihrem Hoch hinterherzulaufen.

Bild: Wochenchart des GLD-ETF auf Gold

Der Aufwärtstrend ist stark und viele Marktteilnehmer warten nur darauf, in Gold eine günstige Einstiegschance zu finden. Diese könnten gerade anstehen. Aus saisonaler Sicht waren die Monate Oktober bis Dezember eher von einer seitwärtslaufenden Tendenz geprägt. Anschließend gehen die Kurse bis April in einen bullishen Run über. So war es zumindest in der Vergangenheit, und das könnte auch in Zukunft so bleiben.

 

Bitcoin – Zwischen ETF-Zuflüssen und Wal-Verkäufen

Auch im Kryptobereich dreht sich derzeit fast alles um ein einziges Thema: Bitcoin und die Frage, ob die Fed mit ihrer bevorstehenden Zinsentscheidung den nächsten Schub für die Kryptomärkte liefert. Auf X, Reddit und in einschlägigen Trading-Discords wird die Gemengelage aus widersprüchlichen Signalen intensiv seziert.

Am 10. September verzeichneten US-Bitcoin-ETFs mit rund 757 Millionen Dollar den stärksten Tageszufluss seit August, die kumulierten Nettoinvestments übersteigen mittlerweile 55,6 Milliarden Dollar. Auch MicroStrategy kaufte in dieser Woche erneut zu, mit knapp 1.955 Bitcoin für rund 217 Millionen Dollar. Parallel dazu bewegten sich aber Anfang September rund 112.800 Bitcoin aus langjährig ruhenden Wallets – ein Signal, das viele in der Community als Gewinnmitnahme altgedienter Investoren („Wale“) vor einer möglichen Herbstkorrektur deuten.

Nach dem Sommerhoch von über 123.000 Dollar befindet sich Bitcoin in einer Konsolidierungsphase mit Unterstützung um 116.000 Dollar und Widerstand im Bereich 120.000 bis 125.000 Dollar. Der Fear-and-Greed-Index pendelt zwischen neutral und gierig, was auf eine gewisse Unentschlossenheit der Marktteilnehmer hindeutet. Die Community diskutiert vor allem den Interessenkonflikt zwischen institutionellem Kapital, das über ETFs strukturell zufließt, und altgedienten Bitcoin-Haltern, die angesichts der Rekordgewinne offenbar Kasse machen. Die anstehende Fed-Sitzung gilt dabei vielen als der entscheidende Katalysator, der die Richtung für die kommenden Monate vorgeben dürfte – gerade weil niedrigere Zinsen historisch als Rückenwind für Risikoanlagen wie Bitcoin gelten.

Anlageidee: Angesichts der Event-Risiken rund um den FOMC-Termin bietet sich für Trader mit Bitcoin-Exponierung ein Bull-Call-Spread auf einen liquiden Bitcoin-ETF an: Man partizipiert an einer möglichen positiven Reaktion auf eine Zinssenkung, begrenzt aber durch den Verkauf der höheren Call-Option gleichzeitig das Kapital, das bei einer „Sell the news“-Bewegung nach der Sitzung aufs Spiel gesetzt wird.

Bild: Wochenchart des Bitcoin/USD

Der Bitcoin hat seinen langjährigen Aufwärtstrend verlassen, was eine Prognose für den zukünftigen Kurs erschwert. Solange der Kurs jedoch über 60.000 USD bleibt, ist die Tendenz eher bullish. In den vergangenen Monaten bewegte sich der MFI meistens über dem RSI. Das bedeutet, dass kaum Verkaufsdruck vorhanden ist. Dementsprechend sollte die Bewegung eher in Richtung 100.000 USD gehen. Runde Marken haben normalerweise eine magische Anziehungskraft.

 

 

Hinweis: Die Analysen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Investitionen in Wertpapiere sind grundsätzlich mit Chancen und Risiken verbunden.

 

 

 

Infos zu den verwendeten Indikatoren:

Im zentralen Kurschart befinden sich drei gleitende Durchschnitte. Diese sind als einfache MA20, MA50 und MA100 dargestellt. Sie dienen der schnellen Einordnung des Trends. Ein Trend ist besonders stark, wenn alle GDs in die gleiche Richtung zeigen.

Der untere Indikator ist eine Kombination aus den bekannten Standardindikatoren RSI und MFI. Beide Indikatoren besitzen die gleiche Skalierung von 0 bis 100, wobei der MFI schneller reagiert als der RSI. Der MFI enthält in seiner Berechnung das Handelsvolumen, wodurch er dynamischer wird. Es gilt die Regel: Der MFI treibt den RSI an! Das Verhalten institutioneller Marktteilnehmer lässt sich erahnen, da sie mit ihrem hohen Handelsvolumen den Markt beeinflussen. In einem bullishen Zustand liegt der MFI über dem RSI. Für einen Aufwärtstrend übertrifft der MFI den Grenzwert von 60. In einer bullishen Konsolidierung läuft der RSI in Richtung der 50er-Mittellinie, während der MFI darüber liegt. In Bärenmärkten führt der MFI die Abwärtswellen an und unterschreitet den Grenzwert von 40.

 

 

 

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